Geschichte

Die Geschichte von Sansibar

Sansibar hat die Aufmerksamkeit vieler Händler, Abenteurer, Räuber und Entdecker auf sich gezogen. Assyrer, Sumerer, Ägypter, Phönizier, Inder, Chinesen, Perser, Portugiesen, Araber aus dem Oman, Holländer und Engländer haben aus dem einen oder dem anderen Grund die Insel besucht.

Einige, wie beispielsweise die Perser aus der Gegend um Shiraz und die Araber aus dem Oman haben Sansibar sogar regiert und auf diese Weise das soziale Leben beeinflusst; die Bevölkerung ist überwiegend muslimischer Herkunft (97%), während Christen, Hindus und Sikhs nur eine kleine Minderheit ausmachen (3%).

Bei den mit Abstand ersten Besuchern handelte es sich um arabische Händler, von denen man das erste Mal im 8. Jahrhundert hörte. Das erste und noch intakte Gebäude ist die Kizimkazi-Moschee aus dem Jahr 1107, die zu einer der wichtigsten touristischen Attraktionen geworden ist.


Über Jahrhunderte segelten die Araber aus dem Oman unter den Monsunwinden, um Sansibar zu erreichen und vor allem Elfenbein, Sklaven und Gewürze zu handeln. Die beiden Hauptinseln, Unguja (gemeinhin als Sansibar bezeichnet) und Pemba waren für sie eine ideale Basis, da sie relativ klein und einfach zu verteidigen waren. Von hier aus war es möglich, etwa 1000 Meilen Küste zu kontrollieren, die heute von Mosambik bis Somalia reicht. Im Jahre 1831 hat Sultan Sayyid Said der Busaid-Dynastie aus dem Oman sein Sultanat aus Muskat, das deutlich schwieriger zu schützen war, nach Sansibar verlegt, wo er und seine Nachkommen für mehr als 130 Jahre verblieben.

Die Mehrheit des Reichtums der Insel lag in den Händen der arabischen Gemeinschaft, den Haupteigentümern des Grund und Bodens, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde, wobei das lokale afrikanische Volk unberücksichtigt blieb.

Für die Perser aus der Gegend um Shiraz war es nicht so. Die Geschichte erzählt, dass im Jahre 975 n. Chr. Abi Ben Sultan Hasan von Shiraz in Persien (heute Iran) einen schlechten Albtraum gehabt hätte, in dem eine Ratte die Fundamente seines Hauses verschlungen hätte. Hasan bewertete diesen Traum als Vorahnung, dass seine Gemeinschaft verwüstet werden würde; obwohl seine Familie und seine Anhänger seine Sorge für lächerlich hielten, entschied Hasan, aus dem Mittleren Osten auszuwandern. Sie reisten mit 7 Daus über den indischen Ozean, wurden aber auf Grund eines schweren Sturms getrennt. Sie landeten an verschiedenen Orten entlang der ostafrikanischen Küste. Einer von ihnen war die Insel Sansibar.

Mischehen zwischen Shirazi und Afrikanern brachte eine neue Gemeinschaft mit mehreren Besonderheiten und einer neuen Sprache hervor, die sich zum Teil aus dem Arabischen ableitet und den Namen Swahili, auf arabisch Küste (Sawahil), trägt.

Die Nachkommen von Sansibar waren nicht in den Sklaven-, Gewürz- und Elfenbeinhandel verwickelt; sie konzentrierten sich hingegen auf den Ausbau der Landwirtschaft und der Fischerei.

Auf der Insel etablierten sich auch zwei weitere Gemeinschaften: Indische Händler, die infolge des Salz- und Elfenbeinhandels auf die Insel gekommen sind, sich schnell niederließen und sich in den Markt als Fachhandwerker, Händler und Fachleute verschiedener Art integrierten, sowie die Engländer, die an verschiedenen kaufmännischen und missionarischen Tätigkeiten beteiligt waren, darunter die Unterdrückung des Sklavenhandels, der vor allem in Sansibar konzentriert war.